Hahnemann hatte an sich selbst und seine Heilkunst die höchsten Ansprüche.
In seinem Organon der Heilkunst, 6. Auflage schreibt er:
§ 2 „Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte
Wiederherstellung der Gesundheit oder Hebung und Vernichtung der
Krankheit in ihrem Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten,
unnachteiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.“
Es hat sich gezeigt, dass eine Behandlung eine gute Langzeitprognose hat, wenn ein Heilungsprozess von innen nach außen und von oben nach unten beobachtbar ist. Das bedeutet, innere Organe (z.B. Herz, Niere) werden früher eine positive Entwicklung erkennen lassen als Gelenke und Haut.
Ist das Ziel eine ganzheitliche Behandlung und eine Heilung von innen nach außen, führt kein Weg an einer gründlichen Erörterung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) vorbei. Während dieser ausführlichen Fallaufnahme macht sich der Homöopath ein umfassendes Bild von der Krankengeschichte und hält dabei alle wichtigen Symptome des Patienten fest. Diese werden ausgewertet und analysiert.
Erst nach sorgfältiger Prüfung aller Faktoren wird dem Patienten, die passende und für ihn spezifische Arznei verordnet.
Diese Arznei setzt den natürlichen Heilungsprozess in Gang, stärkt die körpereigene Abwehr und die Lebensenergie und stellt das Gleichgewicht im Organismus wieder her.
Der Patient steht während des Heilungsprozesses mit seinem Homöopathen in regelmäßiger Verbindung und berichtet ihm über jede Veränderung in seinem Befinden, woraus dieser wichtige Informationen für den Fortgang der Behandlung, über die Wirkung des homöopathischen Mittels und über den Heilungsverlauf gewinnt.
Aus diesen Gründen bezeichnet man die Klassische Homöopathie auch als Regulationstherapie, da sie nicht nur auf einzelne Symptome oder Organe, sondern stets auf den ganzen Menschen wirkt und sein Wohlbefinden auf allen Ebenen verbessert.